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Die Subsistenzwirtschaft ist mit Selbstversorgung gleichzusetzen. Es wird in allen Bereichen der Lebensunterhalt selbst erarbeitet.

Merkmale:

  • Garten- und Ackerbau, Saatgutherstellung
  • Her- und Fertigstellung der Nahrungsmittel (z.B. Getreideanbau, Mehl malen, Brot backen)
  • Viehzucht und Tierpflege
  • Töpfern
  • Spinnen und Weben, Nähen
  • Geräteherstellung (Holz- und Metallhandwerke)

Vernetzung spielt eine wichtige Rolle für das Tauschen von Gütern und Dienstleistungen.

Gründe für Subsistenzwirtschaft:

  • Mangel an Beschaffungs- und/oder Vermarktungsmöglichkeiten (Krieg, Entwicklungsländer)
  • Wertevorstellung, wo das Ziel von Produktion nicht in Geld/Kapital liegt, sondern in der Versorgung mit allem Lebensnotwendigen an sich (Alternative Ökologie)
  • Tradition, die Natur und deren Prozesse in den eigenen Handlungen nachzubilden, um sich in Harmonie mit der Natur und dem Universum zu bringen (matriarchale Gesellschaften)

Ein großer Teil der Frauenarbeit gehört zur Sphäre der Subsistenzwirtschaft und wird deshalb von der herrschenden Volkswirtschaftslehre nicht erfasst. Vor allem der Ökofeminismus hat den Einfluss der selbst- und familienversorgenden Arbeit auf die Gesamtwirtschaft erforscht und das Bewusstsein für die Bedeutung dieses Wirtschaftsbereiches zu wecken versucht.

Was eine subsistent lebende Gemeinschaft kennzeichnet:

  • Eigenständigkeit (Autonomie)
  • Selbstgenügsamkeit im Sinne eines Nicht-Expansionismus
  • Aus-sich-selbst-Bestand-Haben im Sinne kultureller Identität

Subsistent lebende Gemeinschaften sind subversiv, weil sie sich dem herrschenden System entziehen; sie können von den Unterdrückungsmechanismen des (kapitalistischen) Systems nur schwer erreicht werden und sind in der Reaktion auf schwierige Situationen sehr flexibel.

Die Ausrichtung auf Subsistenz kann also die Basis für erfolgreichen und dauerhaften Widerstand gegen die Ausbeutung sein.


Literatur

  • Veronika Bennholdt-Thomsen: Das Subsistenzhandbuch. Widerstandskulturen in Europa, Asien und Lateinamerika. ISBN 385371143x

  • Erika Märke (1986): Ein Weg aus der Abhängigkeit? Die ungewisse Zukunft des informellen Sektors in Entwicklungsländern, Stuttgart. ISBN 3882570202


Weblinks

[Der Kleinsthof oder Gärtnerhof - Heutige Beispiele für Subsistenzwirtschaft]

[Sich der kapitalistsichen Ausbeutung entziehen. Beispiel: Die Maya in Guatemala.]